Der Tag des Friedhofs 2010
Pflanzliche Symbole - Ein Schwerpunkt des diesjährigen Tag des Friedhofs
Effizienz, Flexibilität und Mobilität - das sind die Zauberwörter, die unsere schnelllebige Zeit prägen. Doch treffen sie wirklich unsere Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen? Die heutige Gesellschaft ist an Schnelllebigkeit kaum zu überbieten; bietet sie Trauernden auch den Raum und die Zeit für die Erinnerung an den Verstorbenen? Diese und ähnliche Fragen greift der Tag des Friedhofs auf. Sich erinnern, die Würde des Menschen als elementar begreifen, auch über den Tod hinaus: Das sind zwei zentrale Ziele, die der Tag des Friedhofs verfolgt.
Viele Städte und Gemeinden beteiligen sich auch in diesem Jahr am dritten Septemberwochenende am Tag des Friedhofs. Am 18./19. September 2010 greifen viele Veranstalter das Motto "Formen, Farben, Vielfalt - Es lebe der Friedhof" auf. Unter diesem Titel bieten die Organisatoren eine Vielfalt an Aktionen für alle Generationen: Von der Lesung über die Schatzsuche auf dem Friedhof bis zu Pflanzaktionen. So wird es auf vielen Friedhöfen zwar ein bunter, fröhlicher Tag, aber auch ein Tag, an dem sich die Besucher immer wieder erinnern, dass der Tod zum Leben gehört und dass die Erinnerung an unsere Verstorbenen bunt und vielfältig ist.
Hintergründe zum Tag des Friedhofs
Der Tag des Friedhofs geht auf eine Initiative des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF) zurück. Er wird zusammen mit den Kommunen und Friedhofsverwaltungen, Religionsgemeinschaften, Bestattern, Steinmetzen, Floristen, Hospizen, der Kriegsgräberfürsorge sowie weiteren Initiativen und Vereinen vor Ort realisiert. Der Tag des Friedhofs ist inzwischen zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender vieler Städte und Gemeinden geworden. Davon zeugen Zehntausende Besucher im gesamten Bundesgebiet und ein positives Medienecho. Einen Tag lang erhalten die Besucher interessante Hintergrundinformationen, können an Führungen teilnehmen oder dank angebotener Vortragsveranstaltungen nähere Erkenntnisse über die Friedhofskultur im Wandel der Zeit gewinnen. Darüber hinaus zeigt der Tag des Friedhofs interkulturelle und interreligiöse Verbindungen auf und trägt somit zu einem Dialog der Kulturen bei.
Neben den Bereichen Religion, Kultur und Historie sind der Dialog und das lebendige Miteinander weitere wichtige Elemente der jeweiligen Veranstaltungen. Die Ökumene wird dank zahlreicher Kooperationen vor Ort an diesem Tag nicht nur in Diskussionen behandelt, sondern tatsächlich gelebt. Friedhöfe sind ein Ort, an dem sich die Geschichte, aber auch die Kultur einer Stadt auf eindrucksvolle Art und Weise manifestiert. Historische Grabstätten sind nicht nur Zeugnisse vergangener Zeiten, sondern auch gesellschaftlichen Wandels und aktueller Entwicklungen. Das Grab ist zentraler Ort der Trauer, es bietet darüber hinaus die Möglichkeit der individuellen Trauer- und Begräbniskultur. Die Gestaltung der Grabstätte stellt den persönlichen Bezug zum Verstorbenen her, sie ist Ausdruck seiner Persönlichkeit und Bindeglied zu den Lebenden.